Weltraum-Remixe, Elektromelancholie, Laptopzauberer. Musikauswahl für Breitband, Deutschlandradio Kultur vom 3.1.2015

Musikalisch katapultierte ich die erste Breitband-Sendung es Jahres 2015 nochmal zurück ins vergangene Jahr 2014. Vor ein paar Wochen stellte ich das brasilianische Indie-Elektro-Label Growllective vor, bei dem auch der US-Künstler MVLAMBA veröffentlicht. Wir hören zur Eröffnung der Sendung einen Song seiner “Entre Nous EP”: Anticipation.

Wer die Worte „NASA“ und „Geräusch“ hört oder liest, der denkt wahrscheinlich an alte Funkaufnahmen von der Mondlandung, an die berühmte und dramatische Aussage “Houston, we’ve had a problem” von der Apollo 13 Mission zum Beispiel. Oder an ohrenbetäubenden Lärm von Raketenstarts. Aber bestimmt nicht an Musik. Im Netz erschien kürzlich ein Minialbum von vier italienischen Künstlern, die sich im frei zugänglichen NASA-Ton-Archiv umgeschaut und daraus Musik komponiert haben. Dafür haben sie hier und da den Klang manipuliert, Frequenzen verändert, Sequenzen arrangiert und rhythmisch angeordnet. Das Ergebnis klingt fast Disco-tauglich.

Es folgt ein echter Geheimtip. Postillion And Dream Horses heißt eine Band aus Milwaukee, der größten Stadt im US-amerikanischen Bundesstaat Wisconsin. Gerade Mal 18 Facebook-Fans hat die Band. Wir sagen: Da geht noch was! Auch wenn es dem Musiker Dan Clark bei seinen Songs nicht um Aufmerksamkeit geht – “music to help me cope”, er mache Musik, weil sie ihm hilft mit der Welt klar zu kommen – die vier düsteren Popsongs seiner “Pale Lunar Fictions Vol. 1” EP verdienen ein größeres Publikum. Wir hören den Track „Sunstone“.

Weiter geht’s mit Luke Courtney Smith alias SOHLA, ein junger Musiker aus dem Osten Englands. In Norwich macht er allein mit seinem Computer experimentelle elektronische Musik irgendwo zwischen Triphop und Drum N Bass. Die kommt aber trotzdem sehr zugänglich und pop-affin rüber. Auf seiner neuesten Download-Single bekommt er gesangliche Unterstützung von Robyn Glass. Wir hören “Clay” von SOHLA, feat. Robyn Glass.

Edgar Godinho und Miguel Marques leben in Portugal und produzieren elektro-akustische, melancholische Musik, die beim aufmerksamen Zuhören auf ganz wundersame Weise die Gedanken fliegen lässt. So ging es uns zumindest beim ersten Hören. Banard 68 heißt ein Stück ihrer selbstbetitelten 4 Song EP “Peão Ilustre”. Und die gibt’s als Gratis-Download bei der Musikplattform Bandcamp.

Breitband Netzmusik Playlist vom 3.1.2015
MVLAMBA – Anticipation (CC BY-NC-SA)
Francesco Novara – Express999 (CC BY-NC-SA)
Postilion and Dream Horses – Sunstone (CC BY)
SOHLA – Clay (Feat. Robyn Glass) (CC BY-NC-SA)
Peão Ilustre – Barnard 68 (CC BY-SA)

Foto „Space Invader“ (s.o.): CC-BY Flickr/FabianOrtiz

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