Gemüse-Synthesizer. Wie Makey Makey und Ototo Alltagsgegenstände in Musikinstrumente verwandeln. Musik im Deutschlandradio Kultur am 15.02.2014

Der New Yorker Musik-Produzent Jonathan Dagan, besser bekannt als J.Viewz, hat tausende Facebook-Fans und auch bei der Videoplattform Youtube verfolgen zigtausende Menschen sein künstlerisches Schaffen. Schuld daran ist u.a. ein Video von ihm, das fast eine Million Mal angeklickt wurde.

Es beginnt ziemlich unspektakulär. Man sieht Dagan im Supermarkt, wie er Gemüse kauft, wenig später steht er in der Küche, und schneidet Auberginen und Pilze. Und dann kommt die Musik ins Spiel. Er verbindet das Gemüse mit Kabeln, die zu einem Computer führen. Jedes mal, wenn er ein Pilz oder ein Stück Aubergine berührt, ertönt ein Klang und nach und nach wird aus dem Soundwirrwar ein Coversong. Teardrop von Massive Attack.

Möglich macht diesen Sound ein kleines Gerät, das vor knapp zwei Jahren von Studenten am MIT entwickelt wurde. Das Makey Makey, ein USB-Steuergerät für den Computer, nicht viel größer als eine Kreditkarte. Schließt man dort Kabel an und verbindet diese mit irgendeinem elektrisch leitfähigen Objekt, wird bei Berührung ein Stromkreis geschlossen und gleichzeitig ein Befehl an den verbundenen Computer gesendet. Bei Jonathan Dagen war das der Befehl, einen bestimmten Sound abzuspielen. Und so kam die Musik zu Stande.

Diese Idee wollen zwei Designer aus London nun noch mehr auf Musiker zuschneiden. Und zwar mit dem Ototo. So heißt ihr handflächengroßer Synthesizer, der vom Prinzip her so funktioniert wie das eben erwähnte Makey Makey. Aber es kann noch ein wenig mehr, erklärt Erfinder Mark McKeague.

Bis zu zwölf Objekte kann man an das Ototo anschließen und man kann vier Sensoren ansteuern. Mit Licht, Bewegung und Luftdruck lassen sich so Töne am Computer manipulieren. Insgesamt eine wirklich faszinierende Spielerei. Aber: Noch ist das Ototo im Prototyp-Stadium. Im Internet sammeln die Macher derzeit Geld von Unterstützern, um das Ganze in Reihe produzieren zu können.

Foto: Ototo Kickstarter Projekt

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