Frische Folkklänge und ein Piano-Drummer – Musikauswahl für Radiofeuilleton im Deutschlandradio Kultur vom 03.08.2013

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Frische Folk-Klänge vom Indie-Label Folkroom Records und von der US-amerikanischen Künstlerin Sam Phillips. Ihr neues Album erscheint in wenigen Tagen. ”Push Any Button” heißt es und kann bereits vorab auf der Internet-Seite der Künstlerin gehört werden.

Seit knapp 40 Jahren schreibt sie eigene Songs und mindestens genauso lange macht sie schon Musik. Außerdem produziert sie allein oder zusammen mit ihrem Ehemann alle Stücke in Eigenregie. Es geht um die US-amerikanische Sängerin, Musikerin, Komponistin und Schauspielerin Sam Phillips aus Kalifornien, die eigentlich Leslie Ann Phillips heißt und unter diesem Namen auch von 1983 bis 87 Musik veröffentlichte. Dann kam die Entscheidung sich in Sam Phillips umzubenennen. Grund war die konservativ christliche Ausrichtung ihres früheren Plattenlabels, mit der Phillips nicht mehr einherging. Seit diesem Neustart sind 9 Alben erschienen. Am 13 August kommt offiziell die Nummer 10 heraus. “Push Any Button” heißt es. Wer will, kann die Musik der 51jährigen aber schon vorab im Internet hören und natürlich auch kaufen.

Im Netz macht auch das Indielabel Folkroom Records auf sich und seine Künstler aufmerksam. Nicht die großen, etablierten, sondern die jungen Nachwuchskünstler bekommen dort Raum zur musikalischen Entfaltung. Spezialisiert hat sich das Label auf die Londoner Folk-Szene. Die soll gefördert werden, schreiben die Macher auf ihrer Internetseite. Mit Compilations, EPs, Alben und Konzerten. Mit dabei ist auch junge Londoner Sängerin Sophie Jamieson, die verträumt nachdenkliche, melancholische Folk-Klänge produziert. “Waterloo” heißt eines der Stücke, das zu ihrer Debut-Veröffentlichung beim Londoner Indie-Label Folkroom Records gehört. Die “Where” EP gibt’s ausschließlich per limitierter CD-Auflage und als Download im Internet.

Limitierte Auflagen gibt’s bei Folkroom Records immer wieder mal. Gerne auch im Vinyl-Format. So erschien auch eine Splitsingle der Londoner Bands Keston Cobblers‘ Club und The Lost Cavalry. Ich empfehle letztere und den Song “Stars are ripe”.

Was passiert, wenn ein ausgebildeter Schlagzeuger nicht nur die Drumsticks in die Hand bekommt, sondern die Tasten eines Klaviers bearbeitet? Man könnte meinen, das geht schief. Muss es aber nicht! Den Beweis liefert Jan Roth mit einem ganz und gar wunderbar schlichtem und gleichzeitig höchst verspielten Album. L.O.W. heißt es und ist ganz frisch beim Berliner Label Sinnbus erschienen.

Mit Zahlen scheint er es zu haben. Siebzehn, Achtzehn und Einundzwanzig heißen Stücke seines neuen Albums L.O.W. Schwer einzuordnen, diese Klänge, die sich rund um das erste Instrument drehen, das Jan Roth bereits mit vier Jahren in den Händen hielt. Das Klavier. Ernsthaft angetan hatte es ihm aber das Schlagzeug. Als ausgebildeter Drummer spielt er beruflich für Bands wie Hundrets oder die Deutschpop-Musiker Clueso, Max Prosa, aber auch die ein oder andere experimentelle Postrock- und Jazz-Kapelle komplettiert Roth. Es scheint fasst so, als wolle er nun mit seinem Soloalbum all diese verschiedenen Stile miteinander verbinden. Genregrenzen reißt er auf eine sehr sympathische Art und Weise ein. Sparsame Melodien, eingängige Rhythmen und verspielte Klänge prägen den Sound von Jan Roth.

Und wo wir jetzt schon beim sympathischen Einreißen von Genregrenzen sind: Wie wäre es mit Hiphopbeats und Klavierklängen, untermalt mit afrikanischem Backroundgesang? Genau das macht der Londoner Rapper Jermaine Scott alias Wretch 32 in seiner neuen Single. “Doing Ok” feat, in der sich der Londoner Rapper von seiner weichen Seite zeigt. Ein musikalisches Dankeschön an seine Mutter, schreibt der Guardian und lobt die neue Single des Briten mit afrikanischen Wurzeln.

Foto: (s.o.) TschiAe via Compfight cc

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