Entschleunigte Beats und beständiger Pop – Netzmusik für Breitband im Deutschlandradio Kultur vom 22.10.2016

Foto: Me Schmidt/Flickr (CC BY 2.0)

Unaufgeregter, entspannter Hiphop. Diese musikalische Mischung vertritt das holländische Label Chillhop. In diesem Jahr widmen die Macher jeder Jahreszeit eine eigene Download-Compilation. Im Oktober erschien eine Songsammlung für den Herbst. Mit dabei sind auch A D M B mit “Master of the Sun”, ein Song, der die Breitband-Netzmusik vom 22.10.2016 eröffnet.

A.M. Architect ist ein Duo für elektronische Tanzmusik der sanften Art aus San Antonio. Die beiden Texaner melden sich nach jahrelanger Schaffenspause zurück und zwar mit einer gratis Download EP, die einen Vorgeschmack auf das bald erscheinende Album geben soll. Auf “Innervisible” tummeln sich sechs Stücke mit collagierten Hiphop- und Elektrosounds. Wir hören “Twin Huey”.

Birocratic. So nennt sich ein sehr bescheidener Produzent aus New Jersey, der seine Musik selbst als Leftover, also als Überbleibsel oder Rest bezeichnet. Die instrumentalen, meist Beat-lastigen Hiphop Tracks klingen jedoch alles andere als übrig geblieben. Auch wenn sie das faktisch sind. Denn seit drei Jahren liegen sie auf seiner Festplatte. Für die kürzliche Veröffenltichung auf seinem Album “Replaced” polierte er sie nochmal gründlich. “Passage” ist auch darauf zu hören.

Ein kurzer Exkurs in die Fotografie. Mit der Langzeitbelichtung kann man auf einem Foto problemlos mehrere Minuten bannen. Das fand der US-amerikanische Produzent Bonus Points offenbar so inspirierend, dass er eines seiner Stücke danach benannte. Musikalisch bezeichnet er das ganze als “Instrumentale Future Beats”. “Long Exposure“ ist ebenfalls Teil der bereits erwähnten herbstlichen Download Compilation von Chillhop.

Der Song “Memories Child” von Jamison Young ist schon über 11 Jahre alt und wird trotzdem immer wieder gehört, auch auf Plattformen, die es zur Zeit der ursprünglichen Veröffentlichung noch gar nicht gab. Ein Beleg dafür, dass im Netz Dienste kommen und gehen, die Musik jedoch bleibt. Eine beruhigende Erkenntnis, in diesen schnelllebigen Zeiten des Nanosekunden-Aufmerksamkeits-Netzes.

Foto: CC-BY Flickr/Mel Schmidt

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