Anna Calvi, 10 Jahre Sinnbus, Youtube Music Awards – Musikauswahl für das Radiofeuilleton im Deutschlandradio Kultur vom 02.11.2013

Wenn etablierte Musiker bei Plattenfirmen anrufen und sagen: Diese Frau müsst ihr unbedingt unter Vertrag nehmen! Und wenn sich Legenden wie Brian Eno regelrecht aufdrängen um als musikalischer Mentor tätig sein zu dürfen, dann muss ein großes Talent dahinter stecken. Genau das trifft auf Anna Calvi zu. Kürzlich erschien das zweite Album der düster klingenden Britin. „One Breath“, daraus hören wir das Stück „Sing To Me“.

Als “Glamouröse Düsternis“ bezeichnet etwa der Tagesspiegel das Album der Britin. Die dunklen, eigentlich immerzu dramatischen Stücke wirken beinahe kompromisslos, als würde sich Anna Calvi ganz bewusst gegenüber dem Mainstream abgrenzen wollen. Genau das macht ihre Musik so reizvoll.

Authentische Musik, dafür steht auch das Berliner Indielabel Sinnbus, das derzeit sein 10-jähriges Bestehen feiert. Als Label 2003 gegründet, 2007 kam der Musikverlag dazu und die ganze Zeit über war und ist Sinnbus eigentlich mehr als eine Plattenfirma – man kann die Berliner wohl eher als Künstlerkollektiv bezeichnen. Passend zum 10. Geburtstag gibt’s nun einen Jubiläums-Sampler mit 34 Titeln und ein eigenes Label-Festival in Hamburg, Jena, Leipzig und Berlin.

Video Killed the Radio Star, mit diesem Hit der Buggles ging MTV 1981 auf Sendung. Über dreißig Jahre später muss es eigentlich heißen: Internet killed the Video star, denn Musik und vor allem Musikvideos finden im Fernsehen kaum noch statt. Dafür im Internet umso mehr. Da überrascht es auch nicht, dass die Videoplattform Youtube einen eigenen Musikpreis ausruft. Die Youtube Music Awards werden am 3. November 2013 erstmalig in New York verliehen. Unter den Nominierten ist auch Thom Yorke und seine Band Atoms For Peace.

Das Video zu „Ingenue“ ist als innovativstes Musikvideo des Jahres nominiert und zwar für einen Youtube Music Award. Das Video zeigt Sänger Thom Yorke und die Tänzerin Fukiko Takase tanzend in einem leeren Studio oder Atelier.

Ebenfalls nominiert in der Kategorie Innovatistes Video des Jahres ist Natasha Khan alias Bat For Lashes. In dem Video für ihr Stück “Lilies”, der Opener ihres 2012er Albums “The Haunted Man”, sieht man die Britische Sängerin in einer surrealen Welt voller Pappmaschee Monster. Ironischerweise kann man die innovativen Videos aber in Deutschland gar nicht sehen. Der Grund: die immernoch ungeklärte Rechtesituation zwischen der GEMA und Googles Videoplattform Youtube.

Foto (s.o.): CC-BY Flickr/James Cridland

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